Karnevalskostüme

Karnevalskostüme haben eigentlich nur einen Zweck, sie sollen lustig sein und gute Laune machen. Seit es den Karneval gibt, und das ist immerhin schon fast 5000 Jahre der Fall, haben sich Mode und Geschmack natürlich ein wenig geändert. Im alten Mesopotamien stellte man an diesem Tag die Herrin der Sklavin gleich und den Sklaven dem Herrn. Unter diesem Aspekt betrachtet, bekommen die Karnevalskostüme einen ganz anderen Sinn, denn niemand weiss, wer sich unter dem Bärenkostüm versteckt oder wer vielleicht unter der venezianischen Karnevalsmaske verborgen ist.

Narrenkostüm

Narrenkostüm

Die alten Römer hingegen veranstalteten die sogenannten Saturnalien, bei denen es mehr als ausgelassen zuging. Die Moral war erheblich lockerer an jenen Tagen und man überschüttete sich gegenseitig mit kleinen Rosen. Diese Sitte könnte der Vorläufer des heutigen Konfetti gewesen sein. Im europäischen Mittelalter begann man dann, sich während kirchlicher Narrenfeste zu verkleiden und den Klerus zu verspotten. Das Narrenkostüm ist eigentlich die erste Verkleidung, die man als eines der Karnevalskostüme bezeichnen könnte. Die Anhänger Martin Luthers stellten den Sinn der vorösterlichen Fastnachtszeit in Frage und somit gerieten nach der Reformation viele Fastnachtsbräuche in protestantischen Gegenden in Vergessenheit. Der Barock und das Rokoko griffen die Mode der italienischen Commedia dell’Arte auf und so waren kunstvolle Karnevalsmasken zu dieser Zeit bei fürstlichen Bällen auf den Schlössern groß in Mode. In den Städten begannen nach und nach die jungen Männer der Handwerkszünfte, die Fastnacht auszurichten und das Bürgertum feierte Maskenbälle und trug dabei schon verschiedene Karnevalskostüme.

In der Neuzeit unterscheiden sich die Karnevalskostüme stark nach Region und örtlicher Tradition. Während in Italien nach wie vor die klassischen Karnevalsmasken bevorzugt werden, stehen in der Karnevalshochburg Köln immer noch das Funkenmariechen, der “Deyfel” und die Stadtgardisten ganz oben auf der Beliebtheitsskala bei den Karnevalsvereinen. Im Salzkammergut in Österreich begegnet man während der Faschingszeit zotteligen Wesen mit kleinen Hörnchen oder vielleicht auch Gestalten, die ein Flinserlkostüm tragen. Diese mit unzähligen Pailletten bestickten Karnevalskostüme sind wohl die aufwändigsten Verkleidungen, die zur Fastnacht getragen werden. In Bayern dagegen geht es etwas rustikaler zu. Mit einem Fleckerlgewand und gruseligen Holzmasken angetan, treiben wilde Kerle ihr Unwesen auf den Straßen.

Ein Flower Power Kostüm

Ein Flower Power Kostüm

Wer den Karneval nicht so tierisch ernst nimmt und die Traditionen etwas lockerer sieht, kann sich heutzutage eigentlich mit allem und als alles verkleiden, was seine Phantasie ihm eingibt. Der große Renner unter den Karnevalskostümen sind Designerkostüme, sei es der gute alte Pirat, ein Musketier de luxe oder ein echter Scheich aus der Wüste. Bei den Damen ist die klassische Römerin sehr beliebt, doch auch der Vamp und die Zeit des Charleston stehen hoch im Kurs, genau wie Flower Power und die wilden Sixties. Doch auch als Erbse, Biene oder gar Leuchtkörper stehen jedem zu Fastnacht alle Möglichkeiten offen. Das wichtigste für Karnevalskostüme ist, dass sich der Träger desselben nicht zu ernst nimmt, so lässt sich der Fasching richtig genießen und sicher auch dieses oder jenes Herz erobern.

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