Fasching

Das Faschingsfest als ausgelassene Massenveranstaltung mit Tanzvergnügen, Umzügen, Narreteien, Maskeraden und oft derben Elementen der die jeweiligen Obrigkeiten ungestraft persiflierenden „Verkehrten Welt“ gibt es in zahlreichen Varianten und unter verschiedenen Namen wie Fastnacht, Mardi Gras, Karneval oder eben auch Fasching in vielen Teilen der Welt.

Mardi Gras in New Orleans

Mardi Gras in New Orleans

Wenn auch für die Antike zahlreiche Feierelemente bekannt sind, die für den heutigen Fasching typisch sind, wie die Verkleidungen bei den altrömischen, im Winter gefeierten Saturnalien oder die Masken bei keltischen oder germanischen Jahreswechselriten, so hält die herrschende Meinung der Historiker und Ethnologen eine direkte Kontinuitätslinie zwischen antikem Feierbrauch und heutigem Fasching für unwahrscheinlich. Es gilt vielmehr als gesichert, dass der Ursprung von Fasching im katholischen Fastengebot zu finden ist.

In Gedenken an das Leiden von Jesus Christus, das er bei seiner biblischen, 40 Tage dauernden Fastenzeit in der Wüste erduldet haben soll, belegte die Kirche ihre Gläubigen im Hochmittelalter mit mit der Pflicht, sieben Wochen lang auf wesentliche leibliche und geistige Genüsse zu verzichten. Die Fastenzeit orientiert sich am beweglichen Feiertag Ostersonntag, beginnt am Mittwoch („Aschermittwoch“) (zwischen 4. Februar und 10. März) nach dem 7. Sonntag (Estomihl) vor Ostern und dauert bis Ostern.

Vorher wird aber als eine Art Vorbelohnung für den kommenden Verzicht in den katholischen Regionen kräftig gefeiert. Insbesondere im deutschsprachigen Raum, und hier besonders ausgeprägt im rheinisch-alemannischen Gebiet, entwickelte sich daraus ein reiches, zunächst von der Kirche als „heidnisch“ bekämpftes und schließlich toleriertes und eingebundenes Feierbrauchtum, das sich zunächst auf einen Tag beschränkte, sich aber schließlich zu einem wesentlich umfangreicheren Festzyklus entwickelte. Der zeitliche Schwerpunkt von Fasching liegt auf den „Drei Tollen Tagen“ der letzten Vorfastenwoche: Schmutziger Donnerstag (auch Weiberfastnacht), Rosenmontag und Fastnachtsdienstag.

Der Unterschied zwischen Karneval und Fasching ist in erster Linie etymologischer Natur. Die Bezeichnung „Fasching“ leitete sich wahrscheinlich vom altdeutschen Wort „Vaschang“ für „Fastentrank“ ab. Der heute vor allem in Österreich und Bayern gebräuchliche Begriff wurde vor etwa 200 Jahren im rheinischen Bereich durch „Karneval“ abgelöst. Wahrscheinlich als Import aus Italien, wo „Carnevale“ (von „carne levare“ = „Weg vom Fleisch“) gefeiert wurde , bürgerte sich vor etwa 200 Jahren im Rheinland der Begriff „Karneval“ ein. Einhergehend mit der damaligen Ergänzung alter Faschings-Riten durch die spöttische Übernahme napoleonischer Militär-Kultur entwickelte sich der heute die Vorfastenzeit dominierende, auch den traditionellen Fasching in Bayern und Österreich beeinflussende, Karneval mit Prinzengarde, Funkenmariechen und Karnevalsprinz.

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