Eine Maske zum Mardi Gras

Der Mardi Gras

Mardi Gras (oder auch Fat Tuesday) bezeichnet den Faschingdienstag, welcher der letzte Tag ist, an dem der Karneval ausgiebig zelebriert wird. Ausgehend von Amerika, wo man den Mardi Gras erstmals im frühen 18. Jahrhundert feierte, wurde der Begriff “Mardi Gras Season” ein Synonym für alle Karnevalsfeste, die ab dem 11. November bis zum Aschermittwoch stattfinden. Heute verbindet man mit dieser Bezeichnung vor allem Faschingsfestivitäten in den Südstaaten der USA, speziell in New Orleans. Der Mardi Gras ist aber kein amerikanisches Fest, sondern wurde 1699 von französischen Immigranten mitgebracht und erstmalig am Ufer des Mississippi gefeiert.

Mardi Gras in New Orleans (LA) 2008

Mardi Gras in New Orleans (LA) 2008

Heute starten die Ereignisse bereits am 6. Januar mit einem Maskenball, der von den ältesten Krewes (Gruppen) organisiert wird. Drei Wochen vor dem Mardi Gras gibt es dann die so genannte Krewe du Vieux Parade, an der viele bekannte Bands teilnehmen. Speziell am Faschingsdienstag wird das French Quarter von New Orleans dann zu einer lebendigen Partymeile mit einem riesigen Umzug. Von den bunt geschmückten Wagen (“floats”) werden dann Glasperlenketten oder “beads” bzw. Süßigkeiten, Becher und Münzen geworfen. Auf den metallenen Münzen ist ein Emblem der werfenden Gruppe sowie das Motto des Jahres abgebildet. Viele Frauen lüften dann auch für eine Kette ihr T-Shirt und zeigen sich “oben ohne”, weshalb das Event auch manchmal als “International Show Your Boobies Day” bezeichnet wird. Andere rufen beim Vorbeifahren der Wagen auch “Throw me something, Mister”, um so die Chancen zu steigern, eine Kette oder etwas Süßes zugeworfen zu bekommen.

Neben den farbenprächtigen Umzugswagen nehmen aber auch zahlreiche Tanzgruppen und Dixielandbands sowie Flambeaux Carriers (Fackelträger) teil. Die Fackelträger waren ursprünglich notwendig, da die Paraden immer in der Dunkelheit abgehalten wurden. Ein Brauch ist es, den Trägern Münzen zuzuwerfen, um ihnen so Dank für ihre Dienste auszusprechen. Im Rahmen der berühmten Mardi Gras Parade steigen dann auch viele bekannte Stars auf die Umzugswagen und die ganze Stadt erstrahlt in Gold, Grün und Violett. Diese Farben wurden vom Karnevalskönig Rex 1872 ausgewählt. Gold bezeichnet dabei die Macht, Grün steht für den Glauben und die Farbe Violett für die Gerechtigkeit.

Der Mardi Gras zieht jedes Jahr rund eine Million Besucher nach New Orleans und ähnelt – bis auf die Freizügigkeit einiger Besucherinnen – durchaus auch Karnevalsumzügen in Europa, wie beispielsweise dem Kölner Karneval.