Aschermittwoch

„Am Aschermittwoch ist alles vorbei.“ Auch Menschen, die mit den christlichen Bräuchen und Feiertagen in Deutschland nicht besonders vertraut sind, wissen, dass die ausgelassene Zeit von Fastnacht, Fasching oder Karneval alljährlich an einem Dienstag ihren Höhepunkt findet und dann abrupt abbricht. Dies hängt mit der Tatsache zusammen, dass der Aschermittwoch schon seit dem vierten nachchristlichen Jahrhundert den Beginn der Fastenzeit markiert, durch die sich die Christen auf das Osterfest vorbereiten.

Am Aschermittwoch ist alles vorbei

Am Aschermittwoch ist alles vorbei

Die vierzig Tage der Fastenzeit, mit Ausnahme der Sonntage, sind auf die Zeit zurückzuführen, in der Christus sich gemäß der Überlieferung des Neuen Testaments in der Wüste durch Fasten und Beten auf sein öffentliches Auftreten vorbereitet hat. Da der Zeitpunkt von Ostern vom Mond abhängt und daher alljährlich schwankt, ist auch die Faschingszeit von Jahr zu Jahr unterschiedlich lang.

Traditionell werden die Gläubigen am Aschermittwoch im Gottesdienst mit einem Kreuz aus Asche gekennzeichnet, worauf sich auch der Name Aschermittwoch gründet. Dies soll sie an die Vergänglichkeit allen Lebens gemahnen und daran, Buße zu tun und ihren Lebenswandel in Ordnung zu bringen. Asche steht seit jeher symbolisch für Reue und Umkehr, aber auch für die Reinigung der Seele. Vom Aschermittwoch an sollen gläubige Christen deshalb enthaltsam leben und Verzicht üben, um sich auf die spirituelle Seite des Lebens zu konzentrieren und zu lernen, maßvoll mit den Gaben der Schöpfung umzugehen.

Der Aschermittwoch gilt folglich als strenger Fastentag und wird aufgrund der verbreiteten Fastenspeise Hering auch Heringstag genannt. Fisch gilt in der kirchlichen Überlieferung als erlaubte Speise in der Fastenzeit, weswegen heute viele Restaurants spezielle Fischmenüs für Aschermittwoch anbieten. In Deutschland wurde der Aschermittwoch vielerorts auch Pfeffertag genannt, was auf den mittlerweile fast vergessenen Brauch hinweist, Langschläfer mit der Rute aus den Betten zu befördern. Andere Bezeichnungen für diesen Feiertag lauten nach dem Brauch des Aschesegens Aschetag oder Eschtag. Auch im Englischen findet sich der Ausdruck „Ash Wednesday“, welcher auf vergleichbares Brauchtum in anderen europäischen Ländern hinweist.

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